Bankenskandale aufgelistet

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Bild: maraedition.de

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Diese Zahlungen haben Banken seit 2013 geleistet, um Streit- oder Strafverfahren beizulegen – oder noch höhere Strafe abzuwenden. Und die Versicherer?

16,6 Mrd. Dollar Rekordstrafe für die Bank of America

Am 21. August melden die Wirtschaftsmedien, dass die Bank wegen umverpackter und in Wertpapieren verklappter Subprimes (fauler Hypotheken) 16,65 Milliarden Strafe zahlen müssen.

Anklage wegen Prozessbetrugs gegen Deutsche Bank-Fitschen

Unterdessen steht Deutsche-Bank Co-Chef Jürgen Fitschen (zugleich Chef des Bankenverbands) vor einer Anklage wegen Prozessbetrugs im Fall Kirch.

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Die Versicherer haben keine Giftpapiere in die Welt gesetzt, keine faulen Hypotheken umverpackt, keine Zinsen manipuliert und keine Steuerhinterziehung gefördert. Nun wieder zu den Banken und ihren Zahlungen.

Von „Strafzahlungen“ der Banken darf in den meisten Fällen nicht geredet werden, weil die Zahlungen meist auf einem Vergleich berufen. Aber warum sind die Banken so teure Vergleiche eingegangen? Weil die zu erwartenden Strafen erheblich ausgefallen wären. Beim Libor-Verfahren der EU-Kommission zum Beispiel gab es für einigungswillige Banken einen Rabatt.

Ranking

Bank of America (USA)
16,6 Milliarden US-Dollar (12,5 Mrd. Euro) wegen dubioser Hypotheken.
9,5 Milliarden US-Dollar (7 Mrd. Euro) Entschädigungen an die Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac.

JP Morgan (USA)
13 Milliarden US-Dollar (9,5 Milliarden Euro) wegen „Fehlverhaltens“ in der Finanzkrise, berichtet die Süddeutsche Zeitung (1, siehe unten: „Quellen“).

BNP Paribas (Frankreich)
9 Milliarden US-Dollar (8,1 Mrd. Euro) wegen US-Sanktionsverstößen.

Citigroup (USA)
7,0 Milliarden US-Dollar wegen fauler Kredite (vor allem Hypotheken) im Vorfeld der Finanzkrise (4,5 Mrd. Strafe, 2,5 Mrd. Schadenersatz).

Credit Suisse (Schweiz)
2,6 Milliarden Dollar (1,9 Mrd. Euro) wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung von US-Bürgern. (1)

Goldmann Sachs (USA)
1,2 Milliarden US-Dollar (875 Mio. Euro) für die Rücknahme von Hypothekenramsch-Papieren (2005 bis 2007 an die Immobilien-Finanzierer Fannie Mae und Freddie Mac verklappt)

HSBC (England)
1,2 Milliarden US-Dollar (875 Mio. Euro) wegen Geldwäsche und Verstoß gegen US-Sanktionen. (1)

Deutsche Bank
0,99 Milliarden US-Dollar (725 Mio. Euro) an die EU wegen Leitzins-Manipulationen. (3)
1,26 Milliarden US-Dollar (925 Mio. Euro) an die Kirch-Erben . (2)
1,40 Milliarden US-Dollar (1,0 Mrd. Euro), US-Hypothekenstreit. (2)

Laut Spiegel Online 08.07.2014: Verhandlungen mit US-Behörden. Ausgleichssumme (Höhe offen) wegen Verstößen gegen US-Sanktionen (vgl. Commerzbank)

Unabhängig von dem Kirch-Vergleich ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die beiden Bankchefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen wegen „Prozessbetrugs“ im Kirch-Prozess! Fitschen ist zugleich Präsident des Bundesverbands Deutscher Banken. In dieser Eigenschaft beschwerte er sich wiederholt gegen eine zu starke Bankenregulierung – kurz nachdem die EU-Vergleichszahlungen bekannt wurden. (3)

„Die Kreativität der Banken, die Regulierung zu umgehen, ist weiterhin groß“
(Bundesfinanzminister Schäuble im Dezember 2013)

Societé Generale (Frankreich)
609 Millionen US-Dollar (445 Mio. Euro) an die EU wegen Leitzins-Manipulationen. (3)

Commerzbank
500 Millionen US-Dollar (367 Mio. Euro). Nicht endgültig! Laut Spiegel Online 08.07.2014: Verhandlungen zwischen der Commerzbank und US-Behörden. Ausgleichssumme wegen Verstößen gegen US-Sanktionen.

Royal Bank of Scotland (Großbritannien – Schottland)
535 Millionen US-Dollar (391 Mio. Euro) an die EU wegen Leitzins-Manipulation. (3)

Allein wegen Leitzins-Manipulationen („Euribor/Libor-Skandal“) wurden weltweit insgesamt rund 3,7 Milliarden Euro Strafen/Vergleichszahlungen von den Banken gezahlt. Europa: Der britischen Barclays Bank und der schweizerischen UBS Bank wurden zu erwartende Milliardenstrafen von der zuständigen EU-Kommission erlassen, weil sie als Kronzeugen an der Aufklärungen des Skandals geholfen haben. (3)

Quellen:
(1) Süddeutsche Zeitung 1. Juni 2014
(2) Handelsblatt, 20. Dezember 2013, 29. Mai 2014
(3) Spiegel Online, 4. Dezember 2013, 5. Dezember 2013
(4) F.A.Z., 20. Februar 2014

 

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