Mütterrente nutzt geschiedenen Männern

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Bild: Karl Morlock

Bild: Karl Morlock

Die Mütterrente wird durch zwei geteilt

Zurzeit kursieren wichtig, wichtig, wichtig … erscheinende Pressemitteilungen zu Männern und Mütterrente. Demnach „könne“ oder „könnte“ die Mütterrente auch geschiedenen Ehemännern zugute kommen. Festlegen mag man sich meist nicht. Man(n) weiß ja nie …

Nun, die wenigsten Autoren dieser Pressemitteilungen kennen sich eben kaum recht mit der Gesetzlichen Rente und dem Versorgungsausgleich aus. Dabei ist es ganz einfach.

Bei einer Scheidung werden beim Versorgungausgleich die während der Ehezeit gestiegenen Rentensteigerungen der Eheleute

1. verglichen
2. durch zwei geteilt und
3. auf den Ehepartner mit der geringen Rente verteilt.

Fertig.

Dies gilt auch für die Mütterrente, also einem seit diesem Jahr neuen Rentenzuschlag für Mütter, die VOR 1992 Kinder geboren haben. Pro Kind steigt dadurch die Rente einer Mutter im Westen um 28,14 Euro pro Monat; im Osten um 26,39 Euro. Jeweils pro Kind. (Werte für 2014)

Und wie ist das mit Mütterrente und den Ex-Männern?

Ganz einfach: Da der Versorgungsausgleich immer die Hälfte der Mehr-Rente des Besserverdieners (meistens der Mann) ausgleicht, wirkt sich die Rentensteigerung durch Mütterrente für beide gleich aus. Die hinzukommende Mütterrente wird durch zwei geteilt – das ist der Effekt (zumindest, wenn nur eine Scheidung vorliegt, sonst sind zwei Versorgungsausgleiche zu betrachten. Das tun wir hier nicht).

Hier ein Berechnungsbeispiel(*):
Im oberen Teil finden Sie den normalen Versorgungsausgleich nach der Scheidung.
Im unteren Teil finden Sie die Anpassung wegen Mütterrente.

Grafik: klartextfinanzen

Grafik: klartextfinanzen

Der Text im Bierdeckel stimmt! Die Mütterrente wird geteilt(*)

Weil der Rentenunterschied Mann/Frau durch zwei geteilt wird, wird der neue Rentenunterschied wegen Mütterrenten-Plus ebenfalls durch zwei geteilt. Fertig. Im Beispiel bekommt eine Frau (West) für drei Kinder (3 x 28,24 Euro) 84,42 Euro zusätzlich Mütterrente. Davon erhalten Mann und Frau je die Hälfte. Rechnen Sie die obige Tabelle selbst durch.

Egal, welcher Ehepartner wie viel Rentenanwartschaft hat: Die hinzu kommende Mütterrente wird im Effekt durch zwei geteilt. Das stimmt sogar, wenn Sie die Rentenanwartschaften oben in der Tabelle beliebig(!) verändern. Merke: Mütterrente durch zwei.

(Meistens) Ex-Männer können sich also auf (hier: 3 Kinder, West) auf 41, 21 Euro mehr Rente freuen. Frauen auch. Umgekehrt ist es in diesem Falle nicht umgekehrt, sondern genau so.

Zur Mütterrente eine allgemeine Information: Diese wird von der Deutschen Rentenversicherung etwa ab Sommer automatisch und rückwirkend zum 1. Juli 2014 nachgezahlt. Ein spezieller Antrag ist nicht nötig.

Zur nachträglichen Korrektur eines Versorgungsausgleichs wegen Mütterrente: Dieser ist erst sechs Monate vor Rentenbeginn möglich.

Tipp: Männer, die von der Mütterrente der Exfrau anteilig profitieren, sollten sich einen Termin setzen. Sechs Monate, besser neun Monate vor Rentenbeginn der JÜNGEREN Person.

Pro-Tipp: Da Geschiedene nicht genau wissen können, wann der Ex-Partner die Rente beantragt (vielleicht schon mit 63?), heute schon Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung aufnehmen.

Hinweis:
Alle diese Hinweise gelten umgekehrt auch für Ehefrauen, die wegen Mehrverdienstes in der Ehezeit Rentenansprüche an den Ex-Gatten abtreten mussten! Oder: In selteneren Fällen sind die Kindererziehungszeiten (Auslöser für die Mütterrente) den Männern zugeschrieben worden. Zum Beispiel, wenn die Ehefrau selbständig, nicht rentenversichert und der Mann angestellt war. Insofern bleiben diese Hinweise vollkommen geschlechtsneutral; lediglich haben sie den wahrscheinlicheren Beispielfall behandelt.

*Sonderfälle ausgenommen, OHNE Gewähr!

1 Kommentar zu “Mütterrente nutzt geschiedenen Männern

  1. […] Von der neuen, gesteigerten Mütterrente für Kinder vor 1992 können Ex-Ehegatten profitieren. Hier wird es erklärt. Dann kriegt jeder die Hälfte des Mütterzuschlags! […]