Smartfone statt Smart

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Bild: Karl Morlock

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Die Autohersteller haben ein Problem: Die jungen Leute wollen kein Auto mehr fahren. Je städtischer sie leben, desto weniger. Was hat das mit der Facebook-Seite von Finanzberatern zu tun?

Autos sind out. Als Statussymbole nicht mehr geeignet. Die Kids – also die künftigen Kunden der Finanzberater – interessieren sich nicht mehr für Autos. Die Mädels unter den künftigen Kunden interessieren Autos noch weniger – früher nicht, heute nicht. Und deshalb eignen sich dicke Karren zum Beispiel auf dem Facebook-Header sowas von gar nicht mehr, dass (auch) Finanzberater aller Couleur bei ihrer Selbstdarstellung darauf verzichten sollen. Das ist toootal 80er. Ausnahme: Sie wollen keine Frauen und keine jungen Kunden.

Moment, gilt das auch für private Facebookseiten? Ja. Ausnahmen sind authentische Autofreaks: semiprofessionelle Rennfahrer oder Oldtimer-Enthusiasten.

Die Kids von heute, gemeint sind die um die zwanzig plusminus, fahren schon deshalb nicht mehr gern Auto, weil sie dabei ihr Smartfone nicht bedienen können. Schon dadurch ist das eigene Auto für sie nichts Erstrebenswertes mehr. Das bereitet der Autoindustrie Kopfzerbrechen. Und deshalb arbeitet die Autoindustrie krampfhaft an Sprachsystemen für Facebook, Twitter & Co.

Früher stritten sich die Kids (damals gab es das Wort noch gar nicht) darum, wer das Auto fahren DARF. Heute MUSS einer fahren, während die anderen das Smartfone wischen. Die hier aufgestellte These – „Auto sind out“ – können Finanzberater vielleicht nicht nachvollziehen. Fragen Sie ihre Kinder.

Keine Dickschiff-Werbung

Grafik: Klartextfinanzen

Grafik: Klartextfinanzen

Und noch eine Stilfrage für die real existierenden Autos von gut verdienenden Finanzberatern. Wer heute noch einen dicken SUV á la Audi Q7 oder Mercedes GL fährt, der sollte dieses Fahrzeug nicht mit Werbung beschriften. Es sei denn, man will bei potenziellen Kunden Abstoßungsreaktionen auslösen (Sozialneid). Wenn schon, dann ein kleines emotionales Auto mit Werbung: Smart oder Mini. Noch besser: ein kleiner Lieferwagen mit Warnaufdruck: „Schwerer Policentransport“.

 

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