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Doch! LBS-Bausparkassen kündigen

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Quelle: LBS Hessen-Thüringen

Quelle: LBS Hessen-Thüringen

Die LBS Hessen-Thüringen kündigt tausende Bausparverträge, die angesichts der andauernden Zinsflaute relativ hoch verzinst sind.  Dies habe eine LBS-Sprecherin am Dienstag bestätigt, meldet die Deutsche Presseagentur (dpa). Per 31. Mai 2015 will die Landesbausparkasse demnächst bis zu 4500 Bausparverträge kündigen, heisst es. Diese Verträge seien voll bespart und, den Angaben zufolge, seit mehr als zehn Jahren zuteilungsreif. Die Kunden hätten keine Darlehen beantragt, sondern ließen im Gegenteil die relativ hoch verzinsten Verträge in Anbetracht aktuell vergleichsweiser Minizisen einfach weiterlaufen. Zum Teil gewähren die „Altverträge“ je nach Bausparkasse bis zu 3,5 Prozent Zins – kein Vergleich zu Nullzinsen auf dem Sparbuch.

Die LBS begründet die Kündigungsbestrebungen. Demnach sei es nicht Vertragszweck, vermeintlichen Bausparern dauerhaft eine festverzinsliche Kapitalanlage zu stellen, während die Bausparkassen ihrerseits unter dem andauernden Zinstief leiden. Bisher wollten die Kassen das Geld der Kunden gerne haben und behalten. Nun offenbar nicht mehr.

Auch die LBS Hessen-Thüringen leidet (Zahlen hier): In diesem Jahr sinken deren Sofort-Finanzierungen von 755 Millionen (2013) auf prognostiziert 700 Millionen Euro, die „echten“ Bauspardarlehen von 510 Millionen im Jahr 2013 auf erwartete 460 Millionen Euro. Jedes nicht abgeschlossne Geschäft bringt keine (wenn auch) Minimarge zur Finanzierung der „Zinslasten“ der Altanleger.

Lebensversicherer müssen auch dies leisten und bilden hierfür milliardenschwere Zusatzreserven. Die Bausparkassen wollen kündigen. Aber Finanzminister Schäuble scheut vor einer „Lex Wüstenrot und LBS“ zurück, obwohl die BaFin mit den Bausparkassen ins Horn bläst und zu Kündigungen drängt, die das „Handelsblatt“ am Nikolaustag 2014 schrieb. Andererseits sind Bausparer eine große, durchaus genossenschaftliche Bau- und Spargemeinschaft. Mehrkosten von LBS, Wüstenrot & Co gehen, wirtschaftlich gesehen, letztlich immer zu Lasten der Bauspargenossen.

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